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Der Orellana See

 

Von allen spanischen Seen gibt es ins besonders einen, der nur wenn man ihn erwähnt bereits Respekt einflösst. Ein See wo die grössten Karpfen Spaniens gefangen wurden und wo sie noch dazu berühmt für ihre Kraft sind. Es ist der See der schon zu meines Grossvaters Zeiten wegen dem Angeln von sich reden machte. Wir sprechen von dem mythischen See von Orellana.

 

 

DER SEE IN ZIFFERN

Der See von Orellana wurde 1961 von den beiden Gemeinden Orellana la Vieja und Campanario in der Provinz Badajoz (Extremadura) errichtet/geschaffen. Er bedeckt eine Oberfläche von 5.550 ha und hat eine Länge von 37 km. Die Staumauer ist 63 m hoch und 737 m lang mit einer Volumenkapazität von 824 hm. Sein Wasser weist ausserordentliche Karackteristicken auf, welche auch als reinste Wasserreserven des Landes bezeichnet werden.

Wenn man mit dem Auto anreist, ist es am besten über Madrid zu fahren (bloss nicht in die Stadt hineinfahren, sondern die Umfahrt M40 nehmen) und dann auf die Autobahn A5 in Richtung Badajoz fahren. Bei Km 287 abfahren in Richtung Miajades, durch diesen Ort durchfahren und dann in Richtung Don Benito weiter. Auf halben Weg dorthin kommt man an einen Tunnel der unter der Bundesstrasse N430 durchgeht und der nächste Kreisverkehr ermöglicht es dann auf dieselbe aufzufahren in Richtung Ciudad Real. Dann fährt man 27 km bis nach Acedera, wo es ein Restaurant – Hotel (Hotel Viaducto) gibt. Das kommt sehr gelegen um dort einen Kaffee zu trinken oder auch als Treffpunkt. Noch 8 km, dann ist man in Orellana la Vieja angelangt, und von dort aus steuert man dann den Angelplatz am See an.

 

Um dort angeln zu dürfen braucht man einen Angelschein den man im Ort Orellana la Vieja bei der Caja de Ahorros (Sparkasse) von Extremadura erwerben kann. Er kostet 4.20€ und ist ein ganzes Jahr lang gültig. Das Gesetz erlaubt drei Ruten pro Angler und es ist verboten mit lebendigem Köder zu angeln. Es ist weiters nicht erlaubt nachts zu angeln noch frei zu campen. Boot fahren erfordert eine diesbezügliche Erlaubnis welche 26€ kostet. Die Gewässer Behörde des Guadiana dauert sehr lange um diese Erlaubnis zu geben, bis zu 4 Monate!!! Ausserdem ist Boot fahren nur im unteren Teil des Sees erlaubt, von der Brücke Cogolludo bis zur Staumauer. Verbrennungsmotoren sind erlaubt aber nur unter 5 PS. Versicherung ist nicht notwendig. Unser Ratschlag, falls man ein Boot benützen möchte ist, dass man sich rechtzeitig mit einer Kanzlei in Verbindung setzt, die einem die Erlaubnis beantragt. Man kann ein kleines Schlauchboot benutzen, gross genug um eine Boie zu setzen oder den Grund zu sondieren. Es ist auch ratsam das Boot am Ufer zu verstecken wenn es gerade nicht benutzt wird .

 

VERTRETENE FISCH UND ANDERE TIERE

Die im See am meisten vertretene Art ist der Schuppenkarpfen, von denen Exemplare bis zu 26 kg gefangen wurden. Es gibt einige Spiegelkarpfen die von früheren Wieder befölckerungen kommen und die so an die 30 kg auf die Waage bringen. Es gibt Gerüchte von früheren Fängen die sogar noch darüber lagen. Der Spiegelkarpfen auf dem Foto wog 30,500 kg. Die Karpfen von Orellana sind Wanderkarpfen; sie bilden Gruppen die kilometer weit am Ufer entlang schwimmen. Diese Tatsache wird auch durch die Entwicklung der Flossen belegt, welche eine überdurchschnittliche Grösse erreichen. Gemeinsam mit dem sehr sauberen und Sauerstoff reichen Wasser sind es Faktoren die den langen Kampf während des Drills beeinflussen. Ein andere Fische die auch in diesem See heimisch sind, sind Barben der Art Comizo und Comun. Beide Arten erreichen beachtliche Grössen und wurden zur Besessenheit vieler Angler die an diesen See kommen um sie zu fangen. Der amerikanische Flusskrebs ist beinahe eine Plage in diesem Gewässer und ist aber gleichzeitig die Hauptnahrung der Karpfen. Das Vorkommen an amerikanischem Flusskrebs ist so hoch, dass er für die Bewohner der anliegenden Dörfer eine wichtige finanzielle Einnahmequelle darstellt. Die Krebsfänger befahren mit ihren Booten den ganzen See und versenken ihre Fangkäfige in der Tiefe mit einem Seil an dessen oberen Ende ein Boilie befestigt ist. Regelmässig kommen sie vorbei, um nach dem Fang zu schauen. In den Monaten Juni und September sind so viele Käfige im Wasser, dass es unmöglich ist zu angeln. Hätten wir dann einen Anbiss, würde sich unsere Linie sicherlich an einem der Käfige verheddern. Orellana ist auch ein für Nicht Angler eine Augenweide, es gibt dort Biber (Lutra Lutra), Dachs (Meles Meles), Ginetas (Genetta Genetta), Mader (Herpestes ichneumon), Riesenkröten (Bufo calamita) und Vögel wie der Geier (Gyps fulvus), Königsadler (Aquila Chrysaetos) und Grauer Adeler (Pandiun Haliatetus), den schwarzen Storch (Ciconia nigra) den gemeinen Storch (Ciconia ciconia) , den Marinete (Nycticoraz nycticoraz) , Weisser Reiher (gretta garzetta) und die Stockente (Netta ruffina). Ein fantastischer Ort also für Naturliebhaber.

DAS ANFÜTTERN

Wir müssen beim Anfüttern an die vielen Krebse denken. Deren Aktivität ist in den kälteren Monaten geringer und somit lassen sie uns auch besser angeln. Sobald es wärmer wird fressen sie all unser Angefüttertes im Nu auf. Ausserdem kann die Gruppe Karpfen die zu unseren Futterplatz kommt sehr gross sein und sie werden ebenfalls alles auffressen, was sie dort vorfinden. Nach einigen Proben die von unseren Angelkollegen durchgeführt wurden, können wir sagen, dass die beste Art anzufüttern eine Woche vorher und mit ausreichend Material ist. Wir füttern den Angelplatz mit 10 kg Boilies und noch 10 kg Mais gemischt mit Bohnen/Saubohnen an. Während einer ganzen Woche fressen die Karpfen diese ganze Nahrung auf und wenn wir bei unserer Ankunft eine kleine Anfütterung machen, lockt sie das schnell an. Falls man nicht so viel Zeit zur Verfügung hat ist es ratsamer mehrmals kleinere Mengen an der Angelstelle anzufüttern.

DIE UFER

Orellana ist eine Hügellandschaft mit Inseln und Halbinseln. Ausgenommen von der Bergkette Cogolludo die sich inmitten des Sees befindet, ist die Siluette der Landschaft sanft, mit flachen Stränden die langsam in Wasser übergehen. Es gibt viele Buchten und wer den See nicht gut kennt kann leicht die Orientierung verlieren, weil sich alle diese Buchten ähneln. Am Eingang der Bucht kann die Wassertiefe bis zu 20m betragen. Das Seeufer wird von Eichen gesäumt, die durch ihr dichtes Blätterkleid angenehmen Schatten spenden. Das wird vor allem von Anglern geschätzt, die in den wärmeren Monaten kommen. Wenn wir uns dem Wasser nähern, merken wir, dass der Boden hart und steinig ist, und an einigen Stellen gibt es bizarre Felsformationen. Vergiss nicht ein Starkes Vorfach zu benutzen (Amnesia oder Leadcore) wenn du nicht möchtest dass dein Faden mitten unterm Drill mit einem grossen Karpfen reisst. In den ersten Metern Wasser gedeihen Algen in Form von Ästen mit Blättern sowie auch in der Form von grünen Wolken die sich bei Berührung auflösen. Tiefer unten gibt es sie nicht, aber wenn ein Karpfen anbeisst, wird er in den Wasserpflanzen Zuflucht suchen, und somit den Drill noch schwieriger machen. Dennoch ist ein Boot nicht notwendig um mit Fisch zu kämpfen, normalerweise kann man ganz gut vom Ufer aus arbeiten. Im Winter und im Frühling ist der Wasserstand hoch und wir können vom Schatten der Bäume aus angeln. Im Herbst und im Sommer ist das nicht so, da kann der Wasserstand bis zu 100 m unter dem Maximum niveau liegen. Ein Anbiss bedeutet also einen Sprint bis zum Rodpod hinzulegen. Weil es empfehlenswert ist unser camp zwischen den Bäumen aufzubauen..... für unsere Leidenschaft ist Diskretion im Moment sehr wichtig. Du wirst schon bemerken wie wichtig es ist ein Fernmelder für den Bissanzeiger zu haben. Der Rodpod ist unverzichtbar um die Ruten zu positionieren. Es gibt auch weichere Uferteile, aber die meisten sind hart und es ist problematisch die Stützstangen für die Angeln in den Boden rein zu bekommen. Ausserdem ist es wichtig, sie gut am Boden zu fixieren, denn wenn in Orellana Wind aufkommt kann er wirklich sehr stark werden. Bergauf, rund um den See wechselt sich die Landschaft ab, je nach dem wo wir uns befinden. In der Nähe der Staumauer besteht der Wald aus Eukalyptus bäumen und Eichen die am Südufer bis hin zum Ufer wachsen. Am Nordufer hingegen gibt es mehr Siedlungen und vereinzelte Häuser. Es gibt einige Inseln, einige von ihnen sind ziemlich gross und mit Bäumen bewachsen.... sehr interessant aber es ist leider verboten auf ihnen zu angeln. In der Nähe der Brücke Cogolludo ist das Ufer von Privatgrundstücken gesäumt die von Eichen bewachsen sind und für die Viehwirtschaft genutzt werden. Diese Grundstücke sind eingezäunt und haben Tore damit das Vieh nicht raus kann. Wenn du reinfährst um ans Wasser zu kommen, musst du das Tor so lassen wie du es vorgefunden hast, offen wenn es offen war und geschlossen wenn es geschlossen war. Das ist sehr wichtig, denn wenn du das nicht machst, kann das Vieh abhauen und dann kriegst du wirklich Ärger. Es gibt aber auch Zufahrten zum Wasser die nicht über dieses private Weideland führen und es ist ratsamer diese zu benutzen.

DIE TRADITION

In Extremadura sind ursprüngliche Traditionen wie das auf Grund angeln tiefer verwurzelt als in anderen Teilen Spanien. Nicht selten kann man beobachten, wie es sich ganze Familien am Seeufer mit Zelten und Sonnenschirmen bequem machen um dort einige Angeltage zu verbringen. Sie bringen eine Vielzahl an Anglen mit die sie in einem Abstand von 30 m aufstellen und somit einen grossen Teil der Bucht besetzen. Schon öfter sah man einen einzigen Angler mit 20 Ruten. Orellana ist so gross, dass diese „Angler“ das Risiko nicht scheuen von der Guardia Civil (Gendarmerie) erwischt zu werden. Die Karpfen die aber das Pech haben von solchen Leuten an die Angel zu gehen werden schlecht behandelt und enden in den Mülltonnen oder Gaststätten des Dorfes, in einer Küche oder werden an die Krebsfänger verkauft die sie dann in Stücke schneiden um sie in ihren Fangkörben als Köder auszulegen. Die Erziehungsarbeit die sowohl wir von Webcarp leisten sowie auch alle unsere Freund in Extremadura trägt bereits Früchte. Es gibt langsam immer mehr Angler die Karpfen ins Wasser zurücksetzen anstatt sie zu töten. Dennoch gibt es immer noch eine Vielzahl von ihnen die unsere Philosophie nicht teilen und so tief in ihren eigenen Traditionen verwurzelt sind. Wir werden die Zweifel nicht los, dass der See von Orellana so gute Voraussetzungen mit sich bringt, dass wenn man die Karpfen dort nicht über viele Jahre hinweg getötet hätte, der See heutzutage sogar besser wäre als Saint Cassien. Achtung, aber er hat Zukunft, denn unsere Anstrengungen sind nicht umsonst und dass Angeln und Freilassen wird sich schliesslich und endlich durchsetzen.

INTERESSANTE KONTAKTSTELLEN:

 

AYUNTAMIENTO DE ORELLANA

GEMEINDEAMT VON ORELLANA

Tel. 924 867801

 

HOTEL ACUEDUCTO

Carretera Nacional 430, Km. 131

Acedera

Tel. 924 825018

 

HOTEL SEE VON ORELLANA

Cerro de las Herrerias s/n

Orellana la Vieja

Tel. 924 866400

 

CONFEDERACIÓN HIDROGRÁFICA DEL GUADIANA

GEWÄSSER BEHÖRDE DES GUADIANA

Carretera de Porzuna, 6

Ciudad Real 13002

Tel. 926 274942

 

 

 

Mehr Information zu den Thema finden Sie im CarpMirror Nº 3/2004