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Der Peñarroya See und die Lagunen von Ruidera

 

Die Lagunen von Ruidera sind landschaftlich eines der schönsten Gebiete der spanischen Halbinsel und seit 1979 sind sie Teil des gleichnamigen Naturschutzgebietes. Sie liegen in der Provinz von Ciudad Real an der Grenze zur Provinz Albacete. Man kommt auf verschiedenen Wegen dorthin, der einfachste führt über die Bundesstrasse N430 die die beiden Städte Albacete und Manzanares verbindet. Diese Strasse führt durch den Ort Ruidera, wo auf einer Seite die Mehrzahl aller grossen Lagunen liegt und auf der anderen Seite einige kleinere Lagunen und der See von Peñarroya. Das Naturschutzgebiet hat eine gesammte Oberfläche von 3772 ha und bildet den Lebensraum für zahlreiche Vogel- und Fischarten. Durch das Naturschutzgebiet fliesst der Guadiana und bildet dabei insgesammt 15 unterschiedlich grosse Lagunen welche miteinander durch Wasserfälle, Bäche und unterirdische Tunnels verbunden sind. Am Ende der Lagunen befindet sich der künstlich angelegte See von Peñarroya. Die Ebene auf der sich das gesammte Naturschutzgebiet befindet besteht aus einer dicken Schicht von Sedimenten. Ablagerungen aus dem Mesozoischen Zeitalter (vor 200 Millionen Jahren). Die Lage des Bodens ist horizontal, die unteren Schichten bestehen aus wasserundurchlässigem Lehm und die darüberliegenden bestehen aus sandigem Kalk und somit durchlässig. Diese Treppenförmige Anordnung der Lagunen in diesem Tal ist eben durch die Wasserundurchlässigkeit entstanden. Es ist nichts bekannt, dass die grossen Lagunen im Laufe der letzten hunderte Jahre einmal ausgetrocknet wären. Deshalb stellen sie auch die optimalen Voraussetzungen für das Vorkommen von grossen Cyprindiden wie den Karpfen oder heimische Arten wie den Barben Microcephalus dar. Die Gewässer sind besonders klar und sauber, in einigen Lagunen kann man von der Oberfläche aus den Grund in 10 Metern Tiefe sehen. Die Klarheit des Wassers begünstigt das Algenwachstum und der Grund der meisten Lagunen ist von Algen bedeckt. An einigen Stellen sind sie kurz und an anderen sind sie meterhoch und formen richtige Wälder. Es gibt auch eine spezielle Algenart die sehr hart ist und unangenehm riecht. Wenn unser Boilie dazwischen landet verliert er nach einigen stunden seinen Geruch und riecht nach diesen Algen, so intensiv ist dieser Geruch. An den Stellen die nicht von Algen bedeckt sind ist der Grund aus weissem Schlamm da er eine sehr hohe Konzentration an Kalk enthält. Das sind die idealen Stellen für unseren Köder. Da sie seit vielen Jahren existieren ist ihr Grund sauber und es gibt kaum Hindernisse, ausgenommen einige Bäume die vom Ufer aus reingefallen sind. Mit Ausnahme der Badestrände sind die Ufer völlig unzugänglich. Sie sind von einem dicken Schilfgürtel umgeben und es gibt nur sehr wenige Angelplätze.

 

Diese üppige Vegetation am Wasser begünstigt die Vermehrung einer grossen Vielfalt von Insekten und kleinen Tieren die als lebenswichtige Nahrungsgrundlage für die Cyprindiden dienen. Abgesehen von Millionen von Insekten und deren Larven finden wir auch in grossen Mengen Süswasser Garnelen, Amerikanische Krebse und einheimische Muschelarten. In den Lagunen leben noch andere Fische die für das Sportangeln von grossem Interesse sind wie der Hecht Essex, der Schwarze Barsch. Man kann häufig auch verschiedene exotische Wasservögel und Entenarten dort beobachten, denn sie verbringen den Winter in den Lagunen. Wenn man sich ruhig verhält, kriegt man sogar Rotwild, Wildschweine und Füchse zu sehen, weil sie zum Trinken ans Ufer kommen. Für das Carpfishing sind nicht alle Lagunen geeignet. Wir wollen den Fluss runter die Strecke verfolgen bis zum See von Peñarroya. Zuerst befinden wir uns in der Weissen Lagune die nur von geringem Interesse ist. Die zweite Lagune heisst Conceja und darin befinden sich grosse Karpfen und Barben. Diese Lagune gehört zu einem Vogelschutzgebiet und es ist auch tagsüber nicht erlaubt zu angeln. Aus diesem Grund ist sie noch total unberührt und es ist leicht ein gutes Exemplar zu fangen, aber es ist äusserst wichtig, ein gutes Versteck zu finden. Danach kommen wir zur Lagune Tomilla und zur Tinaja bis wir schliesslich zu der Lagune von San Pedro (vom heiligen Petrus) kommen. Darin leben viele kleine und mittelgrosse Barben und es ist tagsüber einfach einen guten Fang zu machen. Nun kommen die Lagunen von Redondilla (die runde), Lengua (Zunge) und Salvadora bis hin zur Lagune von Santo Morcillo. Diese ist eher klein, beherbergt aber Barben und Karpfen von ansehnlicher Grösse. Danach kommt die Lagune Batana, dann die Laguna Colgada (die Hängende) die mit der Laguna del Rey (die Königliche) verbunden ist. Die beiden letzteren sind die grössten aber auch die schwierigsten, und es gibt darin grosse Exemplare von Karpfen und Barben. Die Lagune del Rey endet in der Ortschaft von Ruidera. Von diesem Punkt an und bis hin zum See gibt es viele kleinere Lagunen die aber für Karpfenangler von geringem Interesse sind.

In den Lagunen ist der Karpfen- und Barbenbestand eher klein, aber die Exemplare sind gross. Was Karpfen betrifft, ist es ungewöhnlich Exemplare unter 8 Kilo zu fangen und die wenigen Barben die gefangen werden wiegen selten weniger als 5 Kilo. Der Anteil an Schuppenkarpfen beträgt so um die 80%. Der Rest sind Spiegelkarpfen, Lineal Karpfen und gelegentlich mal ein fast Lederkarpfen. Es werden viele Exemplare zwischen 11 und 14 Kilo gefangen und soweit uns bekannt ist, wog der grösste bis zum heutigen Datum gefangene 16 Kilo, aber es gibt echte Monster. In diesen Gewässern leben drei Barbenarten, der Comun wird bis zu 9 Kilo schwer, der Microcephalus wird bis zu 11 Kilo schwer und der Comizo wird bis zu 14 Kilo schwer. Das alles klingt sehr gut, aber jetzt kommen wir zur traurigen Wirklichkeit. Wegen der geringen Dichte an Fischen, dem grosszügigem Angebot an natürlicher Nahrung und dem klaren Wasser ist das angeln äusserst schwierig. Die Boilies die absolut am besten funktionieren sind die mit fischigem Geschmack (Muschel, Krebs, Tintenfisch). Persönlich habe ich die besten Erfahrungen mit den fischigen Boilies von Four Seasons und Eurobaits gemacht. Als Dipp empfehlen wir den Krebsaroma von Mistral oder Rod Hutischon. Am besten ist es, bereits ein paar Wochen zuvor den Futterplatz vorzubereiten. Normalerweise haben wir aber nicht so viel Zeit, und da der Fischbestand eher gering ist, wäre es am besten diskret mit einem Köder der die Fische schnell anlockt anzufüttern, um doch gute Ergebnisse zu erzielen. Je nach Jahreszeit verändert sich die Aktivität der Fische sehr. Für das Karpfenangeln ist jede Jahreszeit bestens geeignet, im Winter geht die Aktivität natürlich stark zurück. Um Barben zu angeln, ist der Winter und der Frühlingsanfang wiederum die beste Jahreszeit. Allerdings sollte sich niemand falsche Hoffnungen machen, viele Angler haben über 15 Tage lang vergeblich versucht welche zu fangen und andere wiederum haben an ihrem besonderen Glückstag gleich fünf Exemplare gefangen. Das Hauptproblem hier, wie auch in ganz Spanien ist, dass es verboten ist frei zu campieren und nachts zu angeln. Nachdem es Naturschutzgebiet ist, wird viel mehr kontrolliert und es kann sehr hohe Strafen geben, bis hin zu 15.000 Euro. Aber wenn man das erste Mal erwischt wird, sind sie meistens nicht höher als 300 Euro.

Der See von Peñarroya.

Die Staumauer von Peñarroya wurde 1959 fertiggestellt. Er ist ein länglicher See mit einer Gesammtlänge von ungefähr 13 km und er hat keine grossen Nebenarme. Die Tiefe ist sehr unterschiedlich, an der Einmündung liegt die maximale Tiefe zwischen 6 und 8 Metern.Er hat einige breitere Stellen aber insgesammt ist er eher länglich. Je nach Wasserstand erreichen die tiefsten Stellen an die 14 Meter. In der Nähe der Staumauer gibt es Stellen die über 20 Meter tief sind. Er hat ein Volumen von 48 hm3 und eine Oberfläche von 412 ha. Um an die Einmündung des Sees zu gelangen muss man vom Dorf Ruidera aus die Strasse in Richtung Argamasilla de Alba nehmen. Nach ungefähr 3 km ausserhalb von Ruidera ist links eine Abzweigung angeschrieben mit dem Namen La Moraleja. Ab diesem Punkt ist die Strasse nicht mehr asfaltiert. Wir fahren also immer das Tal abwärts, folgen einigen Kurven und überqueren mehrere kleine Brücken bis wir zu der Einmündung des Sees kommen. Auf der rechten Seite des Sees endet der Güterweg nach ca. 500 Metern und somit können wir auf dieser Seite nur an der Einmündung angeln. Auf dieser Seite gibt es keine anderen Zufahrten, ausser einigen wenigen privaten, die aber gesperrt sind. Auf der linken Seite führt ein Güterweg den See entlang. Die ersten 3 km die noch zur Einmündung gehören kann man mit einem normalen Farhzeug zurücklegen. Ab diesem Punkt sind die restlichen 4 km des Güterwegs in einem sehr schlechten Zustand und es ist praktisch notwendig einen Geländewagen einzusetzen, noch mehr wenn es zuvor ausgibig geregnet hat. Die Strasse liegt sehr schräg am Hang und mit viel Schlamm riskieren wir sonst, dass ein normales Fahrzeug ins Wasser rutscht. Als erstes erreichen wir eine grosse Bucht in der sich viele überflutete Bäume befinden. Hier gibt es viele Möglichkeiten sich zu verheddern, aber es ist eine gute Angelzone. Nach der Buch kommt dann eine Landzunge, dort besteht der Boden aus Schotter und es ist eine gute Stelle um Barben zu angeln. Um an die Staumauer zu kommen müssen wir die Strasse nach Argamasilla de Alba weiterfahren, bis wir am Rande der Staumauer eine Burg sehen. Links von der Burg führt ein Weg runter zu einigen halb überfluteten Pfosten. Diese Stelle ist im Winter optimal um Barben zu angeln. An den Ufern gibt es nicht besonders viel Vegetation und man kann an fast allen Stellen angeln. Landschaftlich ist es sehr schön, alte Eichen die bis hin zum Ufer wachsen und richtige Rosmarinwälder die mit ihrem Duft die Umgebung betören. Im Frühling gibt es Felder, die vor lauter Klatschmohn ganz rot werden. Der Grund ist viel steiniger als in den Lagunen und nur an sehr wenigen Stellen ist er schlammig. Es gibt wenige Wasserpflanzen, mit Ausnahme einiger Stellen wie der Einmündung. Im See sind viele Hindernisse, vor allem bei der Einmündung wo es viele überflutete Bäume gibt. Die Wasserqualität ist sehr gut. Wenn der Wasserstand hoch ist, enthält das Wasser viel Sauerstoff und ist kristallklar. Einige Jahre, wenn die Trockenzeit am schlimmsten ist (Juli August) sinkt der Wasserstand ziemlich ab und das Wasser wird grünlich. Zu dieser Zeit ist auch das Angeln schwierig.Der See ist nicht ganz so reich an Muscheln und Garnelen, dafür sind aber die Amerikanischen Krebse in grossen Mengen vorhanden und sind die Nahrungsgrundlage der grossen Fische. Trotzdem der See so in unmittelbarer Nähe zu den Lagunen ist, ist er doch ein ganz andere Welt. Der Karpfen bestand ist beeindruckend. Der Durschnitt wiegt so knapp an die 6 kg aber es gibt eine Vielzahl die zwischen 8 und 13 kg wiegen. Selten werden grössere Exemplare gefangen, wenn auch der grösste den sie je gefangen haben 18 kg wog und somit grösser war als der aus den Lagunen. Mehr als 95% der Karpfen sind Schuppenkarpfen und nur ganz selten angelt man einen Spiegelkarpfen. Wenn man allerdings einen von ihnen erwischt sind sie deutlich groesser als der Durchschnitt der Schuppenkarpfen. Genauso wie in den Lagunen beeindruckt die Kraft dieser Fische, sicherlich wegen der guten Nahrung und dem sehr sauerstoffreichem Wasser. Der Drill mit einem 8-kg-Karpfen entspricht in etwa dem eines 12-kg.Karpfens aus anderen Gewässern.Mit den Barben verhält es sich in etwa genauso; sie sind ein bisschen kleiner, aber dafür gibt es umso mehr. Die meisten von ihnen wiegen zwischen 5 und 7 Kilo, das grösste uns bekannte Exemplar war ein Barbus comiza von 9 Kilo. Uns ist nicht bekannt, dass im See jemals Barbus Microcephalus gefangen wurden. Zweifelsohne gibt es im See auch viel grössere Barben, nur aufgrund der vielen Karpfen und mittelgrossen Barben ist es schwieriger einen zu angeln. Abgesehen von den Cyprindiden gibt es eine Menge Hechte, es wurden Exemplare von mehr als 14 Kilo gefangen.Im See funktionieren auch sehr gut die Boilies mit fischigem Geschmack, jedoch in der warmen Jahreszeit ist es besser Boilies mit süsslichem Geschmack zu verwenden wie zum Beispiel die Big Red Seed von Eurobaits. Das Anfüttern im Frühling und im Herbst kann ruhig üppig sein. Ohne Probleme können wir mit einem Mal 15 Kilo zerkleinerte und weitere 5 Kilo Boilies im ganzen anfüttern. Während der ersten 24 Stunden werden wir wenige oder gar keinen Anbiss haben, danach sind es aber nicht selten 12 bis 20 Anbisse täglich und das während der darauffolgenden Tage. Der See gehört ebenfalls zum Naturschutzgebiet, aber da er so gross ist, gibt es weniger Kontrollen. Man kann ohne übermässigem Risiko ein Zelt aufbauen, aber bei Sonnenaufgang sollte man bereits alles wieder weggeräumt haben.

 

Unterkunft:

Bei der Ortseinfahrt von Ruidera befindet sich das Hotel-Restaurant Guadiana, eines der besten Restaurants um die typischen Gerichte und Weine dieser Region zu geniessen. José Luis Uceda, der Inhaber und ausserdem ein guter Freund, wird Euch persönlich bedienen. Man kann in dem selben Hotel übernachten oder José Luis vermietet auch Ferienwohnungen in einem bezaubernden Landhausstil.

Hotel Restaurant Guadiana

Avd. Castilla la Mancha, 65

13249 Ruidera ( Ciudad Real)

Tel./Fax.: 00 34 926 52 80 65

Information:

Boote sind erlaubt, allerdings nur Ruderboote. Elektrische Motoren sind verboten. Angelscheine kann man bei folgender Adresse bestellen:

Angelscheine :

Delegación provincial de agricultura y

Medio ambiente.

C./ Alarcos, 21 Planta Baja

Ciudad Real

Tel./Fax : 00 34 926 27 94 75

 

 

 

Mehr Information zu den Thema finden Sie im CarpMirror Nº 6/2004